Wandern

Das Fjällzentrum Kiilopää bildet das Tor zum zweitgrößten und vielleicht schönsten Nationalparks des Landes. Hier haben zahlreiche gut markierte Wanderpfade unterschiedlicher Länge ihren Ausgangspunkt.

Der Nationalpark erstreckt sich über 2550 Quadratkilometer und ist gekennzeichnet durch die schier endlosen charakteristischen kargen Fjällketten, ebenso wie durch ausgedehnte Nadelwälder, zahllose Bäche, Teiche und Seen. Durch den von Kiilopää aus zugänglichen Teil des Parks zieht sich ein sorgsam instandgehaltenes Netz von markierten Wanderpfaden, die zu frei zugänglichen Schutzhütten und Unterständen im Park führen. In den letzten Jahren sind zunehmend auch Routen für Mountainbiker hinzugekommen.

Das Wandern erfordert unbedingt festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Auch sollte, trotz der deutlichen Markierungen und Beschilderung, eine Wanderkarte mitgeführt werden. Solche Karten sind im Fjällzentrum erhältlich. Es gibt zweierlei Hütten: da sind zunächst einmal die zahlreichen so genannten „autiotupa“, d.h. Schutzhütten, die von jedem und zu jeder Zeit genutzt werden können. Diese verfügen in der Regel über mit Gas betriebene Kochgelegenheiten, einen Heizofen und Schlafemporen, auf denen Isomatte und Schlafsack ausgerollt werden können. Zudem gibt es die ähnlich ausgestatteten „varaustupa“ (auf Deutsch Reservierhütte), deren Schlafplätze gegen eine marginale Gebühr vorab zu reservieren sind. Sowohl „autiotupa“ als auch „varaustupa“ sind in den Karten eingezeichnet und als solche kenntlich gemacht.

Generell ist das Feuermachen an den zahlreichen offenen Lagerfeuerstellen gestattet. Bei länger anhaltender Trockenheit kann jedoch regional eine Waldbrandgefahr ausgegeben werden, während derer offene Feuer untersagt sind. Bitte informieren Sie sich bei Trockenheit vor Beginn Ihrer Wanderung an der Rezeption.

Übrigens…

- Die geleiteten Tagestouren im Wochenprogramm sind kostenlos für Übernachtungsgäste.
- Detaillierte, mehrsprachige Karten können im Souvenirverkauf erstanden werden.
- Angelgenehmigungen sind am Servicepunkt Kiehinen in Saariselkä, nördlich des Fjällzentrums erhältlich.
- Sollten Sie etwas Wichtiges vergessen haben, können Sie dies im Ausrüstungsverleih gegen Gebühr ausleihen.
- Das Fjällzentrum organisiert auch Wanderungen und Wanderkurse. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unseren Verkauf unter kiilopaa@suomelatu.fi

 

LOHNENDE WANDERZIELE

Das Tor zum Nationalpark befindet sich unmittelbar am Hauptgebäude des Fjällzentrums. Hier beginnen zahlreiche naturschöne Tagestouren.

 

AUF DIE KUPPE DES KIILOPÄÄ

Das Fjällzentrum liegt am Fuß des Fjälls Kiilopää, des höchsten Fjälls der Gegend. Der Weg auf den Gipfel ist teilweise mit Holzbohlenstegen befestigt. Von oben eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick über zig Kilometer Fjällnatur bis an die russische Grenze im Osten und die markanten Nattaset-Fjälls am südlichen Rand des Nationalparks.

Im Winter ist dieser Weg mit Schneeschuhen begehbar, im Frühling wird bis zur Schneeschmelze ein Winterwanderweg wöchentlich instandgesetzt.

Hier geht es zur detaillierten Wegbeschreibung.

 

NATURLEHRPFADE

Am Fjällzentrum beginnen drei Naturlehrpfade unterschiedlicher Länge: der 1 km lange Vasapolku („Kälbchenpfad“), der 3 km lange Poropolku („Rentierpfad“) sowie der 6 km lange Kiirunapolku („Schneehuhnpfad“). Die Pfade beginnen an der Wanderpfadkreuzung links vom Fjällzentrum auf der anderen Seite des kleinen Bachs und verlaufen komplett innerhalb des Nationalparks.

Die Naturlehrpfade sind deutlich markiert, leicht zu begehen und werden das ganze Jahr hindurch offen gehalten. Infotafeln am Wegesrand informieren über Landschaft, Flora und Fauna der Region. Wer die Augen offen hält, wird unterwegs selber zahlreiche regionstypische Kleintiere und Vogelarten beobachten können.

Am Ausgangspunkt der Naturlehrpfade befindet sich eine Lagerfeuerstelle mit Holzvorrat, die frei genutzt werden kann.

Hier geht es zur detaillierten Wegbeschreibung.

 

LAANILA

Das Goldgräberdörfchen Laanila erreichen Sie von Kiilopää aus sowohl über eine beleuchtete Loipe, über einen Wanderweg über die Ahopää-Fjälls nördlich des Fjällzentrums, sowie auch über einen längeren Wanderweg via Luulampi und Rumakuru.

In Laanila erleben Sie Geschichte hautnah. Hier finden Sie noch Überbleibsel aus der Zeit des Goldrausches am Beginn des letzten Jahrhunderts, über den ein 8 km langer Pfad vor Ort informiert. Ein Cafe lädt ein zum Ausruhen und zur Stärkung für den Rückweg. Ein Gedenkstein erinnert an das im Krieg erfahrene Leid.

 

LUULAMPI

Eine Wanderung nach Luulampi ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Vom Fjällzentrum aus sind es je nach gewählter Route 5-6 km.

Zur Auswahl stehen sowohl ein teils befestigter, sehr leicht zu begehender Weg, sowie auch ein oberhalb verlaufender Pfad. Beide führen über herrliche Aussichtspunkte. Der breitere Weg ist auf der Wanderkarte mit Punkten markiert.

Im Winter verläuft die Skiloipe unterhalb der Kuppe des Kiilopää vorbei, von wo aus es über eine lange Abfahrt hinab durch ein malerisches Tal geht. Loipe und Wanderwege führen zur großen Hütte von Luulampi, wo während der Hauptsaison im Herbst und im Frühling ein Cafe geöffnet ist. Im Zentrum des geräumigen Gebäudes befindet sich ein runder, offener Kamin, wo Feuer gemacht werden kann. Zahlreiche Tische und Bänke sind rundherum aufgestellt, sodass auch größere Gruppen pausieren können, ohne dass es eng wird.

Um das Hauptgebäude herum befinden sich mehrere Feuerstellen sowie ein Trockentoilettenhäuschen.

Von Luulampi aus geht es weiter nach Rumakuru und Laanila, nach Saariselkä und auf die Ahopää-Fjälls hinauf oder in gegensätzlicher Richtung zur Schutzhütte von Rautulampi.

 

RENTIERSCHEIDEGEHEGE VON NIILANPÄÄ

Das alte Rentierscheidegehege von Niilanpää liegt am Fuß des Fjälls Niilanpää, ca. 5 km vom Fjällzentrum Kiilopää entfernt. Bei einer Rentierscheidung werden die Herden zusammengetrieben, sodass einerseits die Kälber markiert und andererseits die zur Schlachtung bestimmten Tiere aussortiert werden können. In der schneefreien Zeit führt ein leicht begehbarer Pfad zum Gehege, im Winter eine Naturloipe. Eine Hälfte der hier gelegenen Rentierzüchterhütter ist als Tageshütte frei nutzbar. Bei der Hütte befinden sich auch eine Feuerstelle und ein Trocken-WC.

Von der Hütte aus bietet sich ein herrlicher Ausblick in Richtung Naturreservat Sompio und auf die dazwischen liegenden Nattaset-Fjälls.

Im Winter führen von hier Naturloipen zu den Hütten Muotkanmaja und Tievantupa sowie zum Hotel und Hüttendorf Kakslauttanen. Wer eine längere Tour sucht, der läuft über den Fjäll zur Hütte von Rautulampi, von der es dann über Luulampi zurück zum Fjällzentrum geht.

 

RAUTULAMPI

Die Schutzhütte von Rautulampi liegt am Ufer des gleichnamigen Teiches ca. 12 km vom Fjällzentrum entfernt. Sie ist über unterschiedliche Routen zu erreichen, die alle in die Wanderkarte eingezeichnet sind.

Im Winter läuft man am einfachsten die gekennzeichnete Loipe über Niilanpää und biegt dann auf die Loipe in Richtung Luulampi ab. Von der Abzweigung sind es etwa 5 km zur Hütte von Rautulampi.

Die Hütte verfügt über mit Gas betriebene Kochplatten sowie einen Heizofen und Feuerholz.

 

RUMAKURU

Nahe der Schlucht Rumakuru befinden sich im Abstand von gut 500 Metern eine alte und eine neuere Tageshütte. Vom Fjällzentrum aus sind es hierher gut 6 km. Die alte Hütte wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut und ist eine der ältesten erhaltenen Hütten im Bereich des Nationalparks.

Die Schlucht Rumakuru selbst entstand durch den Abfluss von Schmelzwasser am Ende der letzten Eiszeit und gehört zu den natürlichen Sehenswürdigkeiten des Parks. Der markierte Wanderpfad hierher beginnt am Fjällzentrum an der Wegkreuzung jenseits des kleinen Bachs und ist gut zu begehen.

Im Winter erreicht man Rumakuru über eine sehr schöne Loipe via Luulampi. Von Rumakuru aus geht es weiter nach Laanila oder Saariselkä. Die Loipe ins Fjällzentrum zurück führt zunächst Richtung Laanila und zweigt dann ab. Diese Loipe ist oft bereits am Anfang des Winters zu belaufen.

 

LAAVU SIVAKKAOJA

Das finnische Wort „laavu“ bezeichnet ein einseitig offenes, schräges Schutzdach mit einer Feuerstelle an der offenen Seite. Der Boden des Schutzdaches ist erhöht, sodass es sich hier gut sitzen, gegebenfalls aber auch im Schlafsack übernachten lässt. Der „laavu“ von Sivakkaoja liegt 3 km vom Fjällzentrum entfernt. Es kann im Winter über die Loipe nach Kakslauttanen erreicht werden. Im Sommer folgt man zunächst 2,5 km der Straße, die zum Fjällzentrum führt und biegt dann nach links (Süden) auf den Pfad Ruijanpolku ab. Der Anfangspunkt dieses Pfades ist gut ausgeschildert.

Das Schutzdach befindet sich oberhalb des Baches Sivakkaoja in besonders schöner Lage. Hier lässt es sich am Lagerfeuer gut ausruhen.

 

SAARISELKÄ

Zum regionalen Zentrum Saariselkä gelangen Sie im Winter über Loipen via Kakslauttanen und Rönkönlampi oder über die Ahopää-Fjälls hinweg. Der erstgenannte Weg ist etwa 13 km, der andere ca. 11 km lang. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine gut 15 km lange Route über Luulampi und Rumakuru zu wählen. Der kürzeste Weg von 10 km führt über die Ahopää-Fjälls direkt nach Rumakuru und von dort aus nach Saariselkä.

 

AUF DIE KUPPE DES KIILOPÄÄ

4 km, Dauer 2-2½ h
Für die ganze Familie geeignet

Einen grandioseren Aussichtspunkt kann man lange suchen! Der leicht zu begehende, wenn auch teils steile Anstieg auf die Kuppe des höchsten Fjälls der Gegend beginnt direkt am Tor zum Nationalpark, rechts des Hauptgebäudes. Wenn es auch nur 2 km zur Kuppe sind, sollte man doch ruhig eine knappe Stunde einplanen, zumal die sich immer weiter öffnenden Ausblicke zum Fotografieren einladen. Holzbänke entlang des Weges bieten die Gelegenheit zum Verschnaufen.

Der erste Abschnitt der Strecke ist ein mit Rollsplitt abgedeckter Wanderweg, Holzbohlenstege führen über die feuchten Stellen. Der Weg biegt bald nach links in Richtung Kuppe ab und ist im oberen Teil in Holztreppenart befestigt um den Fjällhang zu schonen. 860 Stufen führen hinauf auf den Gipfel, von wo aus sich zig Kilometer weite Aussichten in alle vier Himmelrichtungen auftun.

Der Weg hinauf bietet die Gelegenheit, für die Fjällregion typische Pflanzen und Tiere zu beobachten. Im Juni-Juli blühen Gamsheide, Rosmarinheide, Fettkraut und Moosheide. Im Juli-August stehen Schuppenheide, Lappländisches Läusekraut und Alpengoldrute in Blüte.

 

TOTEM AUF DEM WEG ZUM GIPFEL

Am Ausgangspunkt der Treppe zum Gipfel befindet sich auf einem mit Sand bedeckten Plateau ein hölzerner Totempfahl. Es ist dies die restaurierte Version eines in den 70er Jahren von Pfadfindern errichteten Pfahls. Er sollte seinerzeit einerseits die guten Geister des Fjälls beschwören, andererseits auch den Dank der Pfadfinder für ein gelungenes Lager in Kiilopää ausdrücken.

 

VÖGEL UND LANDSCHAFT

Lappland ist ein Mekka für an Vogelbeobachtung Interessierte. Auf dem Weg nach oben können Sie mit ein bisschen Glück Goldregenpfeifer und Alpschneehühner beobachten, wenn auch Letztere wegen ihrer perfekten Tarnfarbe nicht immer leicht auszumachen sind.

Auf dem höchsten Punkt der Fjällkuppe haben Wanderer einen Steinhaufen errichtet. Von hier aus reicht der Blick über Dutzende von Kilometern bis zu den Nattaset-Fjälls im Süden, zum Sokosti, dem höchsten Fjäll des Nationalparks im Osten, sowie zu den Gipfeln der Hammatunturi-Fjälls im Norden. Ein Meer von uralten, von eiszeitlichen Gletschern abgeschliffenen Bergkuppen tut sich auf und reicht bis an den Horizont.

Der Rückweg kann über denselben Weg erfolgen, doch steht es Ihnen auch frei, den vorgegeben Pfad zu verlassen und über die Hänge in anderer Richtung abzusteigen. Das Fjällzentrum ist bei klarem Wetter von oben gut auszumachen, sodass die Orientierung leicht fällt.

 

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NATURLEHRPFADE IN KIILOPÄÄ

Vasapolku („Kälbchenpfad“)

1 km, Dauer ½-1 h
Auch mit Kleinkindern zu begehen

Der Pfad beginnt westlich (links) des Hauptgebäudes, an der Wegkreuzung jenseits des kleinen Baches, der das Fjällzentrum durchzieht. Er ist nur einen Kilometer lang und eignet sich bestens auch für die Kleinsten der Familie. Bebilderte Tafeln entlang des Weges geben Grundinformationen über die Natur Lapplands. Der Pfad schlängelt sich durch den Wald, führt über eine Brücke von der aus sich Bachforellen und Elritzen beobachten lassen und endet am Campingplatz auf der Rückseite des Hauptgebäudes.


Poropolku („Rentierpfad“)

3 km, Dauer 1-1½ h
Für die ganze Familie geeignet

Der 3 km lange „Rentierpfad“ beginnt ebenfalls westlich (links) des Hauptgebäudes, an der Wegkreuzung jenseits des kleinen Baches. Er ist mit orangen Zapfensymbolen an hüfthohen Holzpfählen ausgezeichnet. Bebilderte Tafeln geben Informationen über die umgebende Natur und Landschaft. Der Pfad verläuft zunächst durch den Wald, dann entlang der Waldgrenze am Übergang zur offenen Fjällkuppe und bietet herrliche Aussichten auf die Fjälls Kiilopää und Ahopää. Ein kurzes Stück des Weges durchquert Sumpfgebiet über Holzbohlenstege, der Rest verläuft gemeinsam mit dem „Schneehuhnpfad“ abwechselnd durch Wald und über Holzbohlenstege, bis er schließlich nahe dem Campingplatz hinter dem Hauptgebäude endet.


Kiirunapolku („Schneehuhnpfad“)

6 km, Dauer 2-3 h
Für die ganze Familie geeignet

Auch dieser markierte Pfad beginnt ebenfalls westlich (links) des Hauptgebäudes, jenseits des Baches. Auf 6 km Länge geht es durch Wald- und Sumpflandschaften, aber auch hinauf in die baumlose Fjällnatur, von wo aus sich wunderbare Aussichten auf die nächstgelegenen Fjälls auftun. Entlang des Weges finden sich Bildtafeln, die über die Natur der Fjällregion Auskunft geben. Ein Höhepunkt dieses Pfades ist eine Felsenkluft, an der sich die Spuren der Eiszeit ablesen lassen. Im Frühjahr läuft hier das Schmelzwasser aus der Hochebene ab und bildet dabei einen kleinen Wasserfall. Auf dem durch Sumpf verlaufenden, dem Bach folgenden Endstück des Pfades lassen sich entlang des Holzbohlensteges Spuren des Wechsels von Bodenfrost und Schmelze beobachten. Auch die Pflanzen des Sumpfes sind einen Blick wert, so wächst hier etwa das zu den Orchideen zählende Gefleckte Knabenkraut. Der Pfad endet am Campingplatz auf der Rückseite des Hauptgebäudes.

 

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